Zusammenfassung:
Im französischen Belz realisierten Riguidel Architectes zwei miteinander verbundene Wohnhäuser, die sich an traditionellen bretonischen Fischerhäusern orientieren. Eine durchgängige PREFALZ Aluminiumhülle bekleidet Dach und Fassade in P.10 Reinweiß und Schwarzgrau.
Daten & Fakten
Produkte: |
PREFALZ Dach und Fassade |
Farben: |
P.10 Reinweiß, Schwarzgrau |
Architektur: |
Riguidel Architectes |
Verarbeitung: |
CLB Couverture Le Blaye |
Ort, Land: |
Etel, Frankreich |
Objektart: |
Wohn- und Ferienhäuser |
Auf dem höchsten Punkt der bretonischen Küstengemeinde Belz stehen zwei Häuser, die auf den ersten Blick eng miteinander verwandt scheinen, aber dennoch einen eigenständigen Charakter besitzen. Das im Jahr 2024 entstandene Ensemble “Le Rhune” (der Hügel) wurde als großzügiges Wohn- und Ferienhaus für zwei Familien entwickelt.
Riguidel Architectes übertrugen dafür die Proportionen und Satteldachformen traditioneller bretonischer Fischerhäuser in eine reduzierte, moderne Architektursprache. Die Gebäudehüllen aus PREFALZ machen diese Neuinterpretation besonders deutlich.
Fischerhäuser als architektonische Referenz
Granit und Schiefer prägen seit Jahrhunderten die Baukultur der Bretagne. In diesem regionalen Kontext sind auch die Architekten Anne-Charlotte und Jean-François Riguidel verwurzelt.
Für Le Rhune entwickelten sie zwei längliche Baukörper, deren Proportionen, Maßstab und Satteldächer an klassische Fischerhäuser erinnern. Statt die historischen Vorbilder zu kopieren, reduzierten sie deren charakteristische Merkmale und kombinierten sie mit Aluminium, naturbelassenem Holz und klar ausgearbeiteten Details.
„Wir nehmen uns sehr viel Zeit für die ersten Entwürfe“, erklärt Jean-François Riguidel. Dieser intensive Entwicklungsprozess führte zu einer Komposition, bei der beide Häuser als eigenständige Volumen lesbar bleiben und zugleich ein gemeinsames Ensemble bilden.
Zwei Häuser, ein gemeinsamer Mittelpunkt
Die beiden Baukörper stehen leicht versetzt auf einem verbindenden Sockel. Zwischen ihnen befindet sich ein gemeinschaftlich genutzter Raum, der als Treffpunkt für beide Familien dient.
Durch diese Anordnung entsteht keine spiegelbildliche Doppelhauslösung. Stattdessen reagieren die Häuser individuell auf das Grundstück, die Umgebung und die jeweiligen Blickrichtungen. Ihre ähnliche Formensprache hält das Ensemble dennoch optisch zusammen.
Die kontrastreiche Gestaltung in Schwarz und Weiß greift sowohl die Farbwelt der umliegenden Bebauung als auch die Schwarz-Weiß-Symbolik der Bretagne auf.
PREFALZ als durchgängige Gebäudehülle
Dach und Fassade beider Häuser wurden mit regelmäßig verlegten PREFALZ-Scharen bekleidet. Ein Baukörper erscheint in P.10 Reinweiß, der zweite in Schwarzgrau.
Die geraden Stehfalze verlaufen durchgehend über Dach und Fassade. Dadurch wirken die einzelnen Flächen nicht wie voneinander getrennte Bauteile, sondern wie eine zusammenhängende Gebäudehülle. Die präzise Linienführung betont die Geometrie der versetzten Baukörper und unterstützt die reduzierte Formensprache des Entwurfs.
Aluminium bildet dabei einen bewusst zeitgemäßen Kontrast zur regionalen Bautradition. Gleichzeitig lässt sich das Material präzise an unterschiedliche Gebäudegeometrien, Anschlüsse und Detailausbildungen anpassen.
Die Landschaft bestimmt die Raumfolge
„Jeder reagiert auf Licht, Materialien und Räume“, sagt Anne-Charlotte Riguidel. Entsprechend spielt die umgebende Natur eine zentrale Rolle im Raumkonzept.
Die Schlafräume befinden sich im Erdgeschoss. Wohnzimmer, Essbereich und Küche liegen dagegen im Obergeschoss, wo sich die Räume stärker zur Landschaft öffnen. Ein zusätzlicher Schlafbereich in der Galerie unter dem Dach ermöglicht den Blick auf die benachbarte Steinbruchklippe und den Wald.
Die umgekehrte Anordnung der üblichen Wohnfunktionen folgt damit nicht allein gestalterischen Überlegungen. Sie nutzt gezielt die erhöhte Lage des Grundstücks und macht die Landschaft zu einem Bestandteil des Innenraums.
Präzise Details an Dach und Fassade
Ausgeführt wurden Dach und Fassade von CLB Couverture Le Blaye. Camille Le Blaye und sein Team verlegten die PREFALZ-Scharen in regelmäßigen Breiten und führten die Falzlinien konsequent über die Gebäudehülle.
Besondere Aufmerksamkeit erforderte die Ausarbeitung der versetzten Baukörper. Zu den charakteristischen Details gehören die überstandslosen Traufkanten, der hervortretende First und die leicht auskragende Attika im Bereich der Einlegerinne. Hinzu kommen eine innenliegende Entwässerung und präzise Aluminiumeinfassungen der Fensterlaibungen.
Die schwarzgraue Oberfläche fügt sich nach Einschätzung von Camille Le Blaye besonders gut in die bretonische Landschaft und Bautradition ein. Sie zählt daher zu den von seinem Betrieb häufig eingesetzten Farbtönen.
Werkstattvorfertigung für planbare Abläufe
„Aluminium eröffnet viele Möglichkeiten“, erklärt Camille Le Blaye. Neben der gestalterischen Flexibilität hebt er insbesondere die gefalzten Verbindungen und die Möglichkeit zur Werkstattvorfertigung hervor.
Rund zwei Drittel der Arbeiten bereitet CLB nach eigenen Angaben bereits in der Werkstatt vor. Das reduziert die Abhängigkeit von den Bedingungen auf der Baustelle und erleichtert insbesondere während heißer Sommermonate planbare Arbeitsabläufe.
Le Rhune zeigt, wie sich regionale Bautypologien weiterentwickeln lassen, ohne ihre charakteristischen Merkmale lediglich zu reproduzieren. Die Architektur übernimmt Maßstab, Proportion und Dachform der bretonischen Fischerhäuser, übersetzt sie jedoch mit einer präzisen Aluminiumhülle in die Gegenwart.
So wird PREFALZ nicht nur als Dach- und Fassadenmaterial eingesetzt, sondern als verbindendes Gestaltungselement, das zwei eigenständige Häuser zu einem architektonischen Ensemble zusammenführt.
Weitere Informationen
Material: PREFALZ Dach und Fassade in P.10 Reinweiß und Schwarzgrau
Fotocredit: PREFA / Croce & Wir